Die neuseeländische Sängerin Lorde sagt ihr Konzert in Tel Aviv ab!

Nehmen wir uns ein Beispiel an Neuseeland!

Nachdem die Sängerin Lorde im letzten Jahr ihr Konzert in Tel Aviv angekündigt hatte, erhielt sie einen öffentlichen Brief von Nadia Abu-Shanab and Justine Sachs aus Neuseeland. Justine ist eine jüdische, freiberufliche Schriftstellerin, während Nadia palästinensischer Abstammung ist. In ihrem Brief forderten die beiden Frauen Lorde dazu auf, als Teil des „künstlerischen Boykotts gegen Israel“ ihren Auftritt in Tel Aviv im Juni 2018 abzusagen.

Ein Konzert in Israel sei demnach eine „falsche Botschaft“ und würde eine Unterstützung für die Politik der israelischen Regierung wiederspiegeln. Auch die besten Absichten und beste Musik könnte eine solche Folge dann nicht mehr rückgängig machen:

„Playing in Tel Aviv will be seen as giving support to the policies of the Israeli government […] Such an effect cannot be undone by even the best intention and the best music.“

https://thespinoff.co.nz/politics/21-12-2017/dear-lorde-heres-why-were-urging-you-not-to-play-israel/

Lorde sagte daraufhin das geplante Konzert in Tel Aviv ab. „Ich bin stolz, dass ich eine informierte junge Bürgerin bin und habe viel gelesen und nachgedacht, bevor ich mich entschieden habe, mich für die Show in Tel Aviv buchen zu lassen. Aber ich bin nicht zu stolz zuzugeben, dass ich mit dieser Entscheidung falsch lag.“

„I’ve received an overwhelming number of messages & letters and have had a lot of discussions with people holding many views, and I think the right decision at this time is to cancel the show.

I pride myself on being an informed young citizen, and I had done a lot of reading and sought a lot of opinions before deciding to book a show in Tel Aviv, but I’m not too proud to admit I didn’t make the right call on this one.“

https://www.rollingstone.com/music/news/lorde-cancels-tel-aviv-concert-after-calls-to-boycott-israel-w514660

Die Israel-Lobby in Neuseeland und weltweit schäumte über vor Wut angesichts dieser mutigen Entscheidung der jungen populären Musikerin.  Auf die üblen Angriffe der Israel-Lobby gegen Lorde reagierte die auflagenstärkste neuseeländische Zeitung  „The New Zealand Herald“ in einem Editorial mit einer indirekten Unterstützung der BDS-Kampagne:

„Es ist durchaus möglich, jüdischen Siedlungen im Westjordanland, wie es viele Juden tun, in Israel und im Ausland entgegenzutreten, ohne sich Bigotterie und Vorurteilen schuldig zu machen.

Der Vorschlag, dass Israel nicht ausgesondert werden sollte, wenn Länder wie Russland sich etwas Ähnlichem schuldig gemacht haben, ist ein Argument, das Neuseeländer oft von Verteidigern Südafrikas in der Apartheidära gehört haben.

Sportliche und kulturelle Boykotte und Kampagnen für geschäftliche Desinvestitionen und internationale Sanktionen gegen Israel sind eine Möglichkeit, die öffentliche Meinung in Israel zu erinnern, dass die Welt Israel braucht, um weiterhin Frieden in seiner Region zu erreichen.

Kulturelle Persönlichkeiten wie Lorde sind in einer privilegierten Position, um diese Botschaft zu verbreiten, und Neuseeland kann dafür stolz sein.“

http://www.nzherald.co.nz/entertainment/news/article.cfm?c_id=1501119&objectid=11966801

Der rechtsextreme US-Rabbi Shmuley Boteach schaltete daraufhin eine ganzseitigen Anzeige in der Washington Post, worin er der 21-jährigen vorhält, an einem „globalen antisemitischen Boykott“ teilzunehmen. Der orthodoxe Rabbi, der regelmäßig auch Beiträge zu Breitbart-News schreibt, kritisiert das Abstimmungsverhalten Neuseelands im UN-Sicherheitsrat zur Jerusalem-Entscheidung Trumps. Gleichzeitig wirft er Lorde und Neuseeland vor, die angeblichen Gräueltaten der syrischen Regierung zu ignorieren.

Rabbi

Auf diese demagogische Anzeige hin erhielt die neuseeländische Sängerin Unterstützung von Musikern wie Neil Finn. Der Crowded House-Sänger nahm zu der Anzeige auf Twitter Stellung und erklärte, dass weder Lorde noch Neuseeland „der Feind“ seien.

https://electronicintifada.net/blogs/ali-abunimah/lorde-shows-why-israel-should-indeed-fear-new-zealand

Die Sängerin wird sich bestimmt über unterstützende Kommentare auf Ihren Accounts freuen!

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