70 Jahre „Nakba“: Die Katastrophe Palästinensische Filmtage im Kino in der Brotfabrik

Die Palästinensische Gemeinde Deutschland – Bonn veranstaltet anlässlich des 70. Jahrestages der „Nakba“ im Mai palästinensische Filmtage in Kooperation mit der Bonner Kinemathek.

Montag, 14. Mai 2018, 19.00 Uhr

5 Broken Cameras, Palästina Israel 2011, Regie: Emad Burnat, Guy Davidi, 94 Minuten

Emad Burnat kauft 2005 seine erste Kamera, um die Geburt seines jüngsten Sohnes Gibreel aufzunehmen. Zur gleichen Zeit wird in  Bil’in eine Trennmauer gebaut und die Dorfbewohner fangen an, sich dagegen zu wehren. Burnat filmt die nächsten Jahre  diesen gewaltfreien Kampf,  während er gleichzeitig das Wachstum seines  Sohnes auf­zeichnet. Täg­liche Verhaftungen, gewaltsame Angriffe, Bulldozer, die Olivenbäume umwerfen, der Verlust von Leben und Nachtangriffe im Dorf machen seiner Familie Angst. Seine Freunde, Brüder und sogar er selbst werden entweder erschossen oder verhaftet.  Eine Kamera nach der anderen, mit der Burnat diese Ereignisse  doku­mentiert, wird von israelischen Soldaten zerstört. Am Ende sind es 5 Kameras, mit denen dieser eindrucksvolle Film gedreht wurde.

Mittwoch, 16. Mai 2018, 19.00 Uhr

Lemon Tree, Israel 2008, Regie Eran Riklis, 102 Minuten

Ein Zitronenhain in der West Bank, unmittelbar an der Grenze zu Israel: Hier lebt die palästinensische Witwe Salma, hier ist sie tief verwurzelt – so wie die Bäume, die ihr Vater vor 50 Jahren pflanzte. Mit dem Einzug des israelischen Verteidigungsministers Israel Navon in das neue Haus direkt hinter dem Hain werden die alten Bäume plötzlich zum Sicher­heits­risiko. Der Zitronenhain soll abgeholzt werden. Salma setzt sich zur Wehr. Ihr Kampf weckt nicht nur die Aufmerksamkeit der Medien, sondern auch das Interesse Miras, der Gattin des Ministers. Salmas Odyssee führt tief hinein in das komplexe, bisweilen bedrückende, aber auch absurd-komische Chaos, das den konfliktgeladenen Alltag der Menschen im Nahen Osten bestimmt und in dem am Ende jeder mit seinem Lebenskampf alleine steht.

Samstag, 19. Mai 2018, 20.30 Uhr

On the Side of the Road, Israel 2013, Regie: Lia Tarachansky, 83 Minuten

Israels größtes Tabu: die Nakba, die Katastrophe, die Vertreibung der  palästi­nen­sischen Bevölkerung im Jahr 1948. Das israelische Parlament erließ 2011 das „Nakba-Gesetz“, mit dem ein öffentliches Gedenken unter Strafe gestellt wird. Lia Tarachansky wuchs in Israels größter  Siedlung Ariel im West­jordanland auf und zog 2000 nach Kanada. In dem Film betrachtet sie kollektive Amnesie der Israelis und verfolgt die  Transformation der israelischen Kriegsveteranen Tikva und  Amnon, die das Schweigen über ihre Taten im Krieg brechen. Dann reist sie zurück in ihre Siedlung, wo diese historische Auslöschung eine neue Generation hervorbrachte, blind und isoliert von ihrer Umgebung. Mit dem Versuch, das größte Tabu des Landes zu beleuchten, trifft sie auf Empörung und Gewalt.

Im Anschluss an diesen Film wird Dr. Ernest Far als Zeitzeuge von der Nakba berichten und steht mit George Rashmawi, dem Vorsitzenden der palästinensischen Gemeinde Bonn für eine Diskussion zur Verfügung.

Die Vorführungen finden statt in der Bonner Kinemathek – Kino in der Brotfabrik, Kreuzstraße 16, 53225 Bonn, Eintritt 7 € / 6 € ermäßigt.

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