Israel: Gastarbeiter statt Palästinenser, Homelands statt zwei Staaten

Der Blog „politicacomment“ weist auf zwei Sendungen der BBC hin:
„Vorgestern waren in der britischen BBC zwei Sendungen zu sehen, die sich mit Israel beschäftigten:
Da war zum einen das Feature über die Lage der thailändischen Gastarbeiter auf Israels Farmen, und da war zum anderen das Interview Stephen Sackurs mit Israels Bildungsminister Naftali Bennett, der gerne eines Tages Israels Premier werden möchte.
Bericht von Alexander von Paleske
Drecklöcher für Gastarbeiter
Fangen wir mit den thailändischen Gastarbeitern an: Israel will soweit wie möglich die Beschäftigung von Palästinensern auf israelischen Farmen unterbinden. Aus Sicherheitsgründen, aber auch um die Pauperisierung als Druckmittel einzusetzen, den Palästinensern eine Israel genehme Friedenslösung aufzuzwingen..
Zwar gibt es in Israel auch noch Tausende vom nichjüdischen Migranten aus afrikanischen Ländern, aber die will Israel so schnell wie möglich wieder loswerden. Nur Juden aus aller Welt sind als Immigraten willkommen.
Israel sucht – ganz ähnlich wie auch die arabischen Golfstaaten – billige Arbeitskräfte, die es ohne viel Federlesens auch wieder in ihre Heimatländer zurückschicken kann. Aus Sicherheitsgründen natürlich keine Moslems. Und ihre Familien dürfen sie selbstverständlich nicht mitbringen. Da bietet sich Thailand an:
Dort herrscht Arbeitslosigkeit, werden niedrige Löhne gezahlt und Religionsfanatiker gibt es dort auch nicht. Geradezu ideal.
Thailändische Arbeiter in Israel
 ……….Alles ander als ideal sind allerdings die Unterkünfte und die Arbeitszeit.. Diese Behausungen, wo sich nur das Ungeziefer wohlfühlt, sind in vielen Fällen nichts anderes als Drecklöcher.
Die Reportage zeigt einerseits die schmucken Farmhäuser, und als Kontrast die elenden dreckigen Wohncontainer und Lagerschuppen, in denen die Farmarbeiter untergebracht sind.DSC04351DSC04353DSC04345
……….und ihre Unterkünfte
Bis zu 15 Stunden Arbeitszeit und ungeschützte Exposition zu Pestiziden. Israel setzt in der Landwirtschaft eine der weltweit höchsten Mengen von Pestiziden pro bewirtschafteter Fläche ein.
DSC04344
Versprühen von Pestiziden
Ein aufschlussreiches Interview
Im Interview mit dem BBC Presenter Stephen Sackur äusserte sich der israelische Bildungsminister Bennett über die zukünftigen Pläne Israels:DSC04341Naftali Bennet
Von Stephen Sackur gefragt, wie den ein dauerhafter Frieden gefunden werden kann, sagte der Minister ohne Umschweife: Eine Zwei Staatenlösung wird es nicht geben. Darauf hingewiesen, dass alle Palästinenser dann Bürger Israels werden müssten, und diese in absehbarer Zeit die Mehrheit bilden würden rollte Bennett die Zukunftspläne aus:
– Nur 90.000 Palästinenser, die in Gebieten leben, die bereits jetzt unter israelischer Jurisdiktion stehen, würden dann Bürger Israels.
– Die grosse Mehrheit würde in autonomen Gebieten in der Westbank unter eigener Verwaltung (eingepfercht) leben, ohne Armee natürlich.– Ost Jerusalem bliebe untrennbarer Teil Israels, ebenso die von Israel beanspruchten und bereits annektierten bzw. noch zu annektierenden Gebiete in der Westbank.Bennett, auch wenn er sich gegen den Begriff Apartheidstaat wehrte, strebt – und mit ihm die israelische Regierung – genau das an. Apartheid Südafrika lässt grüssen.
Weit vorangekommen
De facto sind die Israelis schon weit vorangekommen bei der Umsetzung dieser Ziele . Aber noch nicht genügend palästinensisches Land haben sie nach ihrer Vorstellung konfizziert. Der Siedlungsbau wird also weitergehen.
Klar, dass diese Homelands, wie seinerzeit auch im Apartheid Südafrikas, nicht wirtschaftlich lebensfähig sind, ganz abgesehen davon, dass die Palästinenser sich niemals auf einen solchen Friedensplan einlassen würden.
Die Apartheidpolitik Südafrikas ist gescheitert, musste scheitern, die Apartheidpolitik Israels dürfte genau so scheitern.“
Dafür wird die weltweite BDS-Bewegung schon sorgen!
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